letzte aktualisierung:
23 November, 2017 

woher?

ja, wenn ich das beweisen könnte.

aber, alleine die tatsache, daß ich überhaupt diesen nachweis führen muß, ist schon inakzeptabel:

  • eine relevante, natürliche umweltbelastung durch beryllium gibt es nicht
  • zwischen exposition und erkrankung können bis zu 30 jahren liegen

und wieviele jahren liegen dann zwischen exposition und korrekter diagnosestellung? bei mir sind es, wenn mein verdacht zutrifft, 26 jahre:

1974 habe ich in einer fabrik gearbeit, die elektromotoren und generatoren in spezialanfertigungen gebaut hat. unter anderem kühlwasserpumpen für kernkraftwerke, antriebsmotoren für torpedos, ladegeneratoren für u-boote, motoren für extrem hohe drehzahlen. also vieles, bei denen der stückpreis eher eine untergeordnete rolle in bezug auf materialzuverlässigkeit und haltbarkeit spielt.
nun werden berylliumlegierungen gerade dort verwendet, wo es auch auf hohe elastizität und bruchfestigkeit, auf hohe elektrische- und wärmeleitfähigkeit ankommt. alles attribute, die für die oben genannten beispiele sicher eine rolle spielen.
ein kleines beispiel für den damaligen umgang mit giftigen dämpfen:
ich bin durch nahezu alle abteilungen dieses betriebes hindurchgeschleust worden.
in einer wurde gerade von hand am kommutator für einen hoch- geschwindigkeitsmotor gelötet (ich habe etwas von 16000 umdrehungen pro minute in erinnerung, und das für einen motor mit einer länge von einigen metern und einem entsprechenden durchmesser, das ‘ist schon was’.
dort stand ein arbeiter und lötete, über den kommutator gebeugt, die lamellen von hand. dämpfe stiegen auf, und es gab keine absaugung.
mein begleiter sagte zu mir: “geh’ da nicht so dicht ran, die dämpfe sind giftig”. ich war ziemlich konsterniert: ich soll da nicht so dicht rangehen um mir das verfahren eine minute lang anzuschauen - was ich dann natürlich auch nicht tat - , aber der arbeiter dort, der steht stunden an diesem platz und atmet aus nächster nähe diese giftigen dämpfe ein!
heute würde ich, unabhängig von meiner eigenen berylliumbetroffenheit, diesen arbeitsplatz sofort sperren lassen. aber damals war ich nicht einmal in der lage, meinem unverständnis nachhaltig luft zu machen - was sicher auch in meiner absolut untergeordneten position möglich gewesen wäre.

und in der schweißerei: dort bekam jeder täglich einen halben liter milch, auf werkskosten, ‘um die eingeatmeten giftigen dämpfe im körper zu binden und wieder auszuscheiden’!

welch bodenlose naivität!

und nun kommt die berufsgenossenschaft und sagt zu mir:

  • beweisen sie uns doch die verwendung von beryllium
  • sie haben doch auch in anderen bundesländern gearbeitet
  • sie haben doch auch in anderen berufszweigen gearbeitet.

ja, wir haben keine einheitliche BG:
‘ich bin es nicht gewesen, mein bruder, der ist es gewesen’ na klasse

  • und wer beweißt mir, daß es damals nicht berylliumhaltige lötmittel gab?
  • oder berylliumhaltige schweißstäbe?
    die elektroden beim punktschweißen können auch heute noch berylliumhaltig sein.
  • und in der ankerwickelei, ist es da nicht verlockend kupferlegierungen mit geringeren spezifischen widerständen und hoher wärmeleitfähigkeit zu verarbeiten?
  • wieso soll ich mich eigentlich darauf verlassen können, daß die lapidare auskunft der BG korrekt ist: in dieser firma seien keine berylliumhaltige legierungen verwendet worden.
  • dabei werden für die bürstenhalterungen (die die auf einem kommutator schleifenden kontakte halten) berylliumbronzen verwendet!
  • wie oben erwähnt, daß alles vor dem hintergrund, daß mein wahrscheinlicher kontakt mit beryllium 26 jahre vor der diagnosestellung stattgefunden hat.

weil die beweißlast bei mir liegt - so einfach ist das.

 

ich werde an anderer stelle noch darauf zu tippen kommen, wie schwierig es ist herauszufinden, an welcher stelle berylliumlegierungen verwendet werden.