thalidomid ist der inhaltsstoff von contergan!
contergan, zunächst als schlafmittel und als medikament gegen die übelkeit während einer schwangerschaft von der firma grünenthal auf den markt gebracht, verursachte den sogenannten 'contergan skandal' (oder waren doch eher menschen die verursacher und nicht das medikament an sich?).
zu diesem thema zwei links die sich lohnen vergleichend zu lesen:
https://www.contergan-skandal.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Contergan-Skandal
aber, darum soll es hier nicht gehen, sondern um das, was hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Thalidomid
unter dem kapitel 'Neue Indikationen' aufgezeigt wird.
inzwischen gibt es auch versuche bei der behandlung der sarkoidose. in
Der Hautarzt, Volume 52 Issue 13 (2001) pp 962-965,
Thalidomid in der Behandlung der kutanen und systemischen Sarkoidose
wird beschrieben, wie es bei zwei patienten mit einer sarkoidose der haut innerhalb von 8-12 monaten zu einer vollständigen rückbildung der symptome gekommen ist.
warum dann bitte nicht auch bei der berylliose?
seit ende 2001 versuchte ich mich mit diesem medikament. dies war (siehe unten) im rahmen eines sogenannten medikamentenversuches auf antrag (etliche seiten papier) durch den behandelnden arzt bei der firma grünenthal möglich.
es ist das bisher einzige mittel, beziehungsweise verfahren, das eine direkt sichtbare verbesserung meiner symptomatik bewirkt!
leider allerdings nicht ohne probleme:
mindestens zwei weitere unerwünschte medikamentenwirkungen können die verwendung einschränken.
• neurologische
es können sich periphere neuropathien entwickeln. das sind beeinträchtigungen beziehungsweise schädigungen der nerven von händen und füßen. bemerkbar machen sie sich durch kribbeln, taubheitsgefühle, durch mißempfindungen, die bis in die unterame und unterschenkel reichen können.
• müdigkeit
die ursprünglich gewollte wirkung als schlafmittel ist ja durch die veränderte indikation nicht einfach verschwunden.
100 mg am abend verschafften mir eine äußerst angenehme nachtruhe!
... die dann allerdings mindestens neun stunden zeit haben sollte, sich zu beenden.
es wird immer wieder darauf hingewiesen, daß dieser effekt sich im laufe der zeit vermindern soll, viel habe ich nicht davon gemerkt. auch habe ich den eindruck einer kumulation, so daß ich einen thalidomid-freien tag in der woche eingeführt habe.
ob dies zu einem therapieabbruch oder einer minderung der dosis führt, muß der patient zusammen mit seinen behandelnden ärzten (neurologen!) diskutieren. ganz allgemein und gerade hier, bei einer unbekannten erkrankung, zu deren therapien es wenig erfahrungen gibt: letztlich ist es der patient, der entscheidet, was er sich eher zumuten will, die symptome der erkrankung oder die der therapie.
so haben bei mir die neurologischen wirkungen zum abbruch des vesuches geführt. schade.
achtung: thalidomid ist nicht mehr über die firma grünenthal zu erhalten!
nach etlichem hin und her wird thalidomid über die firma Bristol-Myers Squibb vertrieben.
zur fachinformation: https://fi.b-ms.de/Thalidomid